TCM-Zentrum

am Barbarossaplatz Köln

Aus: Kölner Stadtanzeiger, Nr. 146 v. 27. Juni 2005, S. 32

 

Kräuter gegen Pfunde und Falten 

 

 

 

 

 

 Die Traditionelle Chinesische Medizin vertraut auf uralte Schönheitsrezepte

Wahre Schönheit kommt von innen - daran glaubten chinesische Kaiserinnen und Konkubinen schon vor 3000 Jahren. Auch heute noch hat die Medizin aus dem Reich der Mitte mit Kräutern, Akupunktur und Co. Mittel für ein strahlendes Aussehen zu bieten.
VON CAROLA SCHÖNDUBE
"Schönheit ist die kleine Schwester der Gesundheit" lautet ein chinesisches Sprichwort - und die ist nach der Philosophie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ebenso wie die Kunst des Heilens eine Frage der Balance, genauer gesagt des harmonischen Gleichgewichts der Gegensätze: zwischen Yin und Yang, den sich ergänzenden Urkräften, die die Lebensenergie Qi (auch Chi) bilden, und zwischen den fünf Elementen, denen Organe, Gefühle, Nahrungsmittel, Geschmacksrichtungen und die Jahreszeiten zugeordnet werden: So sind Nieren und Blase mit dem Wasserelement verbunden, Lunge und Dickdarm mit Metall, Herz und Dünndarm mit Feuer, Milz und Magen mit Erde, Leber und Galle mit Holz. Qi gilt in China als Quelle von Gesundheit und Schönheit.
Jeder Mensch verfügt von Geburt an über ein bestimmtes Depot an Lebenskraft, die im Laufe des Lebens verbraucht wird. Wie langsam oder schnell sie versiegt, hängt nicht nur von den Genen, sondern in großem Maße von unserem Lebensstil - vor allem gesunder Kost, ausreichend Bewegung, Entspannung und Schlaf - ab. Fließt Qi ungestört und harmonisch durch die Energiebahnen in unserem Körper ("Meridiane") in alle Organe und Zellen, sind wir gesund, attraktiv und vital.
Ein Übermaß an Qi (Fülle) kann nach chinesischer Vorstellung ebenso wie blockierte oder fehlende Energie (Leere) Krankheiten und Schönheitsprobleme auslösen. Bei einem Mangel an Qi fühlt man sich müde und ausgelaugt, der Stoffwechsel ist gestört, die Haut wird nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt und schlecht durchblutet. Dadurch trocknet die Haut aus, es bilden sich frühzeitig Falten, die Nägel werden brüchig, die Haare grau oder fallen aus. Zu viel Qi führt zur Bildung von Schleim und Schlacken im Gewebe - die sichtbaren Folgen sind Fett- und Wassereinlagerungen im Gewebe, Übergewicht, Pigmentflecken und Orangenhaut.
Mit einer ausführlichen Befragung, Zungen- und Pulsdiagnose - die Chinesen unterscheiden 28 pathologische Pulse - versucht die TCM der fehlenden Balance auf die Spur zu kommen und die Selbstheilungskräfte des Organismus anzuregen. "Im Gegensatz zu Kosmetik und Dermatologie betrachtet TCM nicht nur die Oberfläche der Haut, sondern sie geht davon aus, dass hinter jedem äußeren Schönheitsproblem tiefer liegende gesundheitliche Störungen stecken", erläutert die Heilpraktikerin Baolian Han-Seidel das Geheimnis der ältesten Heilkunde der Welt.
Mit Kräutern und Akupunktur statt Skalpell, Tuina-Massage und Qigong statt Botox wird entweder ein Zuviel an Qi abgeleitet oder aber fehlendes Qi zugeführt, um das Ungleichgewicht wieder ins Lot zu bringen. Mit diesen uralten Schönheitsrezepturen haben schon vor 3000 Jahren Kaiserinnen und Konkubinen ihr Aussehen gepflegt.
Beispiel abnehmen: Hinter Gewichtsproblemen kann sowohl eine Fülle als auch eine Leere stecken. Akupunktur und Kräuter regen die für den Stoffwechsel zuständigen Organe an, um Verdauung und Stoffwechsel anzukurbeln, Schleim und Schlacken wie auch Cholesterin abzubauen. "Durch bestimmte Akupunktur- und Akupressurpunkte kann zudem das Hungergefühl gedämpft werden. Wasserablagerungen werden direkt mit Kräutern ausgeleitet; ein Tee aus chinesischen Weißdornbeeren unterstützt die Fettverbrennung. Auch mit speziellen Diäten kann man den Körper verjüngen", weiß Baolian Han-Seidel, die in China TCM studiert hat, zu berichten. Werden Zellen und Gewebe wieder besser ernährt und durchblutet, können sie sich regenerieren. Die Haut wird geschmeidiger, kleine Falten verschwinden, Nägel und Haare wachsen wieder.
Beispiel Facelifting: Auch hier kann die Kombination aus Kräutern und Akupunktur für sichtbare Verjüngungseffekte sorgen - schmerzlos, ohne Nebenwirkungen und billiger als eine plastische OP mit Skalpell. Wenn Stoffwechsel und Durchblutung der Haut von innen verbessert werden, wird wieder vermehrt Kollagen produziert - mit sichtbaren Folgen: die Falten werden kleiner, die Poren feiner, die Haut zart und elastisch, die Gesichtszüge entspannter.
Schönheitspflege ist nach chinesischer Auffassung vor allem eine Frage gesunder Ernährung - und zwar ganzheitlich und makrobiotisch nach der so genannten 5-Elemente-Lehre. Nahrungsmittel gelten im Reich der Mitte als Arzneien, mit denen Qi harmonisiert und der Organismus entschlackt und entsäuert werden kann. Zur richtigen Zeit genau das zu essen, was der Körper braucht, und dabei das rechte Maß zu finden, das funktioniert nach einem ausgetüftelten System, das Lebensmittel nach Energie, Geschmack und Organbezug einordnet. Die ärgsten Übeltäter, die zu Übersäuerung und Verschlackung führen, sind übrigens, ähnlich wie es auch die Schuldmedizin sieht, zu viel Fleisch, Süßwaren und Fette, Kaffee und Nikotin.
Bei den meisten Schönheitsproblemen herrscht nicht nur in einem Organ eine behandlungsbedürftige Disharmonie. Häufig ist die Milz betroffen, die für die Bildung und den Transport von Qi, Blut und Körperflüssigkeiten zuständig ist. Durch die Stärkung der Milz würden Stoffwechsel und Blutzirkulation angekurbelt, damit Schlacken und Schleim besser abgebaut werden können, so Baolian Han-Seidel. Und das zeige verblüffende positive Effekte bei Altersflecken und Cellulite, Besenreisern und Krampfadern.
Zu den unverzichtbaren Schönheitselixieren gehört für Chinesen auch eine gehörige Portion Eigeninitiative: Bewegung, wenn möglich an der frischen Luft und besonders Qigong, eine Art bewegte Meditation aus langsamen, fließenden Körper- und Atemübungen, was, wissenschaftlich abgesichert, viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat.