TCM-Zentrum

am Barbarossaplatz Köln

Akupunktur und Moxibustion -

nichtmaterielles UNESCO-Weltkulturerbe

 

Akupunktur und Moxibustion sind eine der wichtigsten Therapieformen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

 

Nach der TCM fließt das Qi (Lebensenergie) in den Meridianen (Leitbahnen, die alle Körperteile, Organe und Gewebe verbinden und mit Qi versorgen). Schmerzen entstehen durch Stau des Qi-Flusses. Auch Schwäche des Qi-Flusses und falsche Zirkulation verursachen Krankheiten. Die Meridiane bestehen aus vielen Punkten. Diese Punkte wurden in die deutsche Sprache als „Akupunkturpunkte“ übersetzt.

Stechen der Akupunkturpunkte mit Akupunkturnadeln und/oder Anwärmen mit Moxazigarren (aus getrockneten Beifußblätter) können Staus auflösen, den Qi-Fluss in den Meridianen zur richtigen Zirkulation bringen, den Qi-Fluss stärken. Körperteile, Organe und Gewebe, die durch die Meridiane verbunden sind, können durch Akupunktieren und Moxibussieren mit bestimmten Techniken angeregt (tonisiert) oder beruhigt (sediert) werden. Damit erzielten Akupunktur und Moxibussion Linderungen von Schmerzen, sie verbessern und harmonieren die Organfunktionen, stärken den Qi-Fluss. Weiterhin können sie auch das Bilden vom Blut, Qi und Abwehrkräften stärken.

 

Die Leere (Schwäche von Organfunktionen, Mangel an Qi und Blut) wird gefüllt (Organfunktionen und das Bilden von Blut und Qi angeregt).

  • Die Fülle (Stau vom Blut und Qi, Ansammlung von Schleim, Schlacken und Wasser…) wird geleert (ausgeleitet und in Zirkulation gebracht).
  • Hitze (oft z. B durch Organüberfunktionen, falsche Nahrungsmittel, psychischen Stress, Bakterien, Viren erzeugt) wird gekühlt, beruhigt und ausgeleitet.
  • Kälte (oft z.B. durch Mangel, Unterfunktionen der Organe, falsche Nahrungsmittel verursacht) wird gewärmt. Hier ist die Moximustion besonders geeignet.
  • Überschuss von Aufstieg (z.B. Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Asthma, Erbrechen, Husten…) wird absenkt.
  • Übermäßig Abgesenktes (Senkungen von Organen, Müdigkeit…) wird aufgestiegen.

 

 

 

 

 


 

Geschichte:

 

Akupunktur und Moxibussion keimten in der Neusteinzeit (Neolithik, in China 7000 bis 2000 vor Chr.) auf. Derzeitige Menschen fingen an, mit Drücken von spitzigen Steinen oder Wärme auf bestimmte Körperstellen Schmerzen und Beschwerden zu lindern. Bis zur heutigen vollständigen Lehre von Akupunktur hat es mehrere Jahrtausende gedauert. Archäologische Ausgrabungen beweisen das. Die ältesten Akupunkturnadeln sind aus Stein! Später entstanden Nadeln aus Bronze, Eisen, Gold, Silber und Edelstein.

Die früheste, vollständigste und einflussreicherste Enzyklopädie der TCM <<Der Klassiker des gelben Kaisers>> wurde von dem berühmten Autor und Arzt Bian Que (401-310 v.Chr.) geschrieben und zur Zeit der Han-Dynastie (202 v.Chr. – 220 n.Chr.) fertig gestellt. Das Werk mit 81 Kapiteln beinhaltet die komplette TCM (Anatomie, Diagnostik, Krankheitsursachen, Krankheitsentstehung, Vorbeugen, Ernährung, Behandlungen). Das heute noch wichtigste Nachschlagwerk beschrieb u.a. mit Schriften und Graphiken ausführlich die Lehre der Meridiane mit ins gesamten 39 Haupt und Nebenmeridianen, 349 Akupunkturpunkten und Stechtechniken, sowie Vorsichtsmaßnahmen und Kontraindikationen.

In der Zeit des höchsten Wirtschaftbooms der chinesischen Geschichte, der Tang-Dynastie(618 –907n.Chr.) prosperierte auch TCM. Der berühmter Mediziner und Autor Sun Simiao hat Grafiken in seinem Akupunkturwerk <<Die wichtigsten Rezepte für die Notfälle>> farbig dargestellt. Er hat auch Akupunktur mit Sonderpunkten ergänzt.

 

In der Qin-Dynastie (1636 – 1911), der letzten Dynastie der chinesischen Geschichte, kommt westliche Medizin nach China. TCM dominiert nicht mehr alleine. Die Entwicklung der Schulmedizin verdrängt teilweise auch die traditionelle Medizin. Unter dem Zweiten Weltkrieg und dem chinesischen Bürgerkrieg hat TCM auch stark gelitten. Doch Gold glänzt immer (chin. Sprichwort). Es gibt immer noch genug Anhänger von TCM und Akupunktur. Nie gab es so viele  Universitäten, Institute, Professoren, Wissenschaftler und Ärzte für TCM wie heute. Sie arbeiten eng mit der Schulmedizin zusammen und entwickeln mit heutigem Wissen und modernen Techniken die TCM weiter.

 

 

 

 

 

 

 

Akupunktur in den anderen Ländern:

 

Im 6. Jahrhundert hat Akupunktur in Korea und Japan Fuß gefasst und sich dann weiter in andere asiatische Länder verbreitet.

Ende des 13. Jahrhunderts wurden Kenntnisse über Akupunktur von Marco Polo nach Europa gebracht. Im Jahr 1694 hat sie ein deutscher Arzt zum ersten Mal in Frankreich vorgestellt. Im 17. Jahrhundert haben ein weiterer deutscher Arzt namens Engelbert Kampfer und sein holländischer Kollege William ten Rhyen Akupunktur praktiziert. Im Jahr 1735 hat der Missionar Duherder mehrere literarische Werken der TCM u.a <<Der Klassiker der Meridiane>>, <<Kräuter des heiligen Bauern>>, <<Lexikon der Kräuterarzneimittel>> übersetzt. Der erste europäische Akupunktur-Verband wurde 1943 in Frankreich gegründet.

Im letzten Jahrhundert hat Akupunktur zwei Mal einen starken Sprung in der westlichen Welt gemacht.

Das erst Mal war im Jahr 1972. Nach langer Unterbrechung der diplomatischen Beziehungen zwischen China und den USA hat der US-Präsident Richard Nixon erstmals wieder China besucht. Mit Erstaunen hat er Akupunktur kennengelernt. Die Delegation hat Krankenhäuser besucht und bei OPs, bei denen die Patienten nicht mit Betäubungsmitteln sondern mit Akupunktur betäubt worden, zugeschaut. Manche Delegationsmitglieder haben sich mit Akupunktur behandeln lassen. Seitdem ist das Tor zur westlichen Welt für Akupunktur geöffnet. Diese Jahrtausende alte Heilkunst strömte mit Wucht nach Westen, fand dort Nährboden und fing an zu gedeihen.

Der zweite weltweite Boom war 1998. Ich selbst habe ihn in Deutschland auch miterlebt. Akupunktur sowie TCM waren hier schon sehr populär. Vielen Patienten waren bereits überzeugt. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatteten auf Antrag teilweise auch die Kosten, wenn herkömmliche schulmedizinische Therapien nicht wirksam waren.

Die Technikerkrankenkasse hat im Jahr 2000 die weltweit größte randomisierende Studie „Modellvorhaben der Akupunktur der TK“ begonnen. Kurz danach folgten AOK und die anderen Krankenkassen.

Es sollte für Kopfschmerzen, LWS-Schmerzen, HWS-Schmerzen, Schmerzen von Arthrose, Folgendes ausgetestet werden:

  • Wirksamkeit
  • Nebenwirkungen
  • Kosten-Nutzung-Verhältnis

Das war eine fantastische Aktion für deutsche Patienten und teilnehmende Ärzte. Jeder, dessen Beschwerden mit schulmedizinischen Methoden austherapiert waren, konnte an dem Modelvorhaben teilnehmen. Die Kosten wurden von den Krankenkassen übernommen. Auch die Ärzte konnten davon profitieren. Die Kosten der Behandlungen wurden außerhalb des Budgets zugeschossen.

Der Modellvorhaben sollte acht Jahren dauern, wurde aber leider nach fünf Jahren erfolgreich beendet. (warum „leider“, lesen Sie bitte weiter)

Hier habe ich für Sie ein Paar Eckdaten von der Techniker Krankenkasse zusammengestellt:

Patienten:

  • 360.000 Patienten sind behandelt worden (davon sind 314.000 im Abschlussbericht).
  • 3 Millionen Behandlungen wurden ausgewertet.
  • 50.000 Patienten haben an Teilrandomisierten Studienteil teilgenommen.

Ärzte:

  • Über 13.000 qualifizierte Ärzte bundesweit (rund 10% aller in Deutschland niedergelassenen Ärzte) (Anm.: Ich muss staunen, einen so hoher Anteil an Akupunktur-Ärzten gibt es in China nicht einmal! Aber ich freue mich über den Boom der Akupunktur und bewundere, dass sich so viele eifrige Ärzte in so kurzer Zeit für Akupunktur qualifizieren konnten. Unglaublich! )

Wissenschaftliche Begleitung

  • Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité Berlin

Das Ergebnis

Bei Migräne, Spannungskopfschmerzen, LWS-Schmerzen, Schmerzen von Arthrosen:

  • Es zeigt sich in der Akupunkturgruppe eine bessere Wirksamkeit als in der Gruppe, die keine Akupunktur bekam.
  • Ein signifikanter Unterschied in der Wirkung zwischen Akupunktur- und Nichtakupunturpunkten fand sich bei Schmerzen von Arthrose.

Die Kostenanalyse

  • Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Akupunktur entspricht dem anerkannter medizinischer Verfahren.

In Zukunft Akupunktur

  • Kosten und Nutzung der Akupunkturbehandlung sind jetzt hinreichend wissenschaftlich dokumentiert.
  • Die TK stellt die Ergebnisse dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Entscheidung zur Verfügung.
  • Die Techniker Krankenkasse möchte Akupunktur so schnell wie möglich in ihren Leistungskatalog aufnehmen.

Akupunktur wurde tatsächlich historisch zum ersten Mal in den Leistungskatalog auf genommen. Die Krankenkassen zahlen Akupunktur!

Aber plötzlich finden Patienten kaum noch Ärzte, die Akupunktur machen. Warum? Wo sind die 10% qualifizierten Ärzte?

In den Leistungskatalog aufgenommen zu werden, bedeutet nichts anders als in das Budget aufgenommen zu werden. Der Zuschuss ist weggefallen. Und es ist ja bekannt, dass das Budget sowieso immer voll ausgeschöpft wird. Ein Rückschritt für Akupunktur in Deutschland!

Eine weitere Studie der Charité Berlin für Heuschnupfen an 422 Patienten im Jahr 2008 bis 2009:

Ergebnis:

Zwölf Akupunktursitzungen haben in einer randomisierten Studie der Berliner Charité die Beschwerden einer saisonalen allergischen Rhinitis signifikant gelindert und den Medikamentenbedarf gesenkt.

Was kann man mit Akupunktur und Moxibussion behandeln?

Viel! Hier können Sie das Link zu Indikationen anklicken.

Insbesondere habe ich gute Erfahrung bei

  • Abnehmen,
  • Depressionen,
  • Burn Out,
  • Migräne,
  • Rückenschmerzen,
  • Allergien,
  • Heuschnupfen,
  • Neurodermitis,
  • Magen-Darm-Beschwerden,
  • Morbus Crohn

gemacht.

Muss man an Akupunktur glauben?

Ich erzähle Ihnen eine kleine Geschichte:

Vor vielen Jahren kam ein Patient zu mir. Er sah durchaus nett aus, wirkt aber genervt. Er sagt zu mir: Machen Sie mir bitte ein paar Akupunkturbehandlungen, damit ich Ruhe von meiner Frau habe.“ „Gegen was?“ fragte ich. „Das spielt keine Rolle. Daran glaube ich nicht. Stechen Sie irgendwo, wo es nicht weh tut.“ Ich habe doch herausgefunden, dass er seit sehr langem an Rückschmerzen litt. Ich machte ihm Akupunktur. Nach drei Behandlungen fragte ihm wie es Ihm geht. „Wie immer. Mal geht’s mir ein bisschen besser und mal schlechter. Im Moment ist es gerade ein bisschen besser.“ Die Wirkung wurde mit den Behandlungen immer deutlicher. Nach zehn Behandlungen waren die Schmerzen völlig weg. Fast bis zum Schluss hat er nicht an Akupunktur geglaubt. Er erzählt mir, dass er leide auch unter chronischem Durchfall. Schmerzen kann er sich jetzt vorstellen, mit Akupunktur zu lindern. „Aber gegen Durchfall können Sie doch nichts machen?!“ Nachdem ich seinen Durchfall mit Akupunktur in Griff bekommen hatte, erfuhr ich alle seine anderen Wehwehchen. Und ich behandelte eins nach dem anderen. Er sagte dann zu mir: „Es ist unglaublich!“ Seitdem habe ich ihn nicht mehr losgekriegt. Mittelweiler habe ich seine ganze Familie und Freunde behandelt.

 

Akupunktur bei Tieren ist überigens genauso erfolgreich wie bei Menschen. Haben die Tiere vorher fest dran geglaubt?

 

Haben sich Ihre Fragen geklärt? Ich erzähle Ihnen auch gernepersönlich, viel aus eigener Praxis.